Willkommen zum zweiten Teil unserer Blog-Reihe über die Reisen von Poesis ins Silicon Valley. In diesem Beitrag beleuchten wir unsere Erfahrungen und Erkenntnisse nach der Pandemie und zeigen, warum das Silicon Valley weiterhin ein wichtiger Ort für Innovationen ist.
2022 - nach der Pandemie - hieß es verbreitet: "Was wollt ihr denn jetzt noch im Silicon Valley? Erstens, es war doch eh schon jeder da und, zweitens, ist das Valley längst nicht mehr (lange) was es mal war." So oder so ähnlich wurden unsere Pläne von verschiedener Seite kommentiert. Besonders eingeprägt hat sich bei uns folgende Feststellung: "Nach der Pandemie sind wir jetzt eh alle digital!" Ein wenig nach dem Motto: "Was soll da noch kommen?"
Wir waren ganz anderer Meinung und wollten uns daher, erstens, ein Bild vor Ort machen, und wir stellten, zweitens, unsere Veranstaltungsreihe "Get Transformation Done" unter das Motto "Künstliche Intelligenz und Robotics".
Ja, vieles war anders. In San Francisco standen Wohnungen leer, in den Straßen hatte die Zahl der Obdachlosen massiv zugenommen. Eine (unabsichtliche) Autofahrt durch den Tenderloin-District hat uns vor Augen geführt, was mit Fentanyl-Zombies gemeint ist. Das Schlagwort "Lay-offs" (Kündigungen) machte die Runde. Die Start-ups, die wir besuchten, waren optimistisch. Sie freuten sich über die guten Leute, die jetzt auch für die kleineren Firmen zu bekommen waren. In Berkeley erklärten uns die Referenten, dass die nächste Aufschwungswelle ansteht, weil so viel gegründet wurde, wie lange nicht. Das verfügbare Venture Capital erreichte Rekordwerte - von 250 Mrd. Dollar war die Rede. Und Cruise bot den ersten Taxiservice ohne Operator im Fahrzeug an. In einer Diskussionsrunde mit österreichischen Versicherungsvorständen hatten wir am Vorabend der ersten Probefahrt noch gehört: "Das, mit dem autonomen Fahren, das wird noch dauern…"
Takeaway im Oktober 2022 war ganz klar: Die Nachrichten vom Tod des Silicon Valley sind stark übertrieben. Self-driving funktioniert auch unter Realbedingungen. Da kommt was und es ging schneller als erwartet: Im November 2022 launchte OpenAI ChatGPT - sicher ohne Übertreibung ein Ereignis für die Geschichtsbücher.
Unser Besuch 2023 stand denn auch ganz im Zeichen von generativer AI und allem, was sich damit machen lässt. Ein Schlüsselbegriff dabei: Large Language Models. In Seattle hat uns Microsoft einen Tag lang durch ihr Future-Lab geführt und uns eine Fülle von Use Cases gezeigt, und MS hat den Copiloten angekündigt. Google stand ein wenig unter Schock - für die erfolgsverwöhnte Company war der Launch von ChatGPT ein Sputnik-Moment.
Wir waren auch bei Boeing. Über die bis heute ungelösten Probleme mit der 737 MAX wollte niemand reden.
Die Haupterkenntnisse 2023: Die AI-Revolution steht ganz am Anfang, es wird kaum Lebensbereiche geben, die nicht von ihr durchdrungen werden. Zurück in Vorarlberg haben wir uns auch auf den Copiloten vorbereitet. (Bei uns geht es mittlerweile nicht mehr ohne Gen AI.) Aber auch bei Boeing haben wir etwas gelernt: Die USA ist nicht überall weiter als Europa, und Probleme lösen sich "selten" dadurch, dass man nicht über sie spricht.
Silicon Valley 2025: Generative AI treibt neue Geschäftsmodelle an, humanoide Roboter stehen vor dem Durchbruch, und trotz politischer Unsicherheit herrscht Optimismus.
WeiterlesenBernd Postai berichtet über unsere ersten Reisen ins Silicon Valley 2016 und 2017. Taucht ein in die Welt der Innovation und erfahrt, was die damaligen Trends waren.
WeiterlesenUnternehmen benötigen klare Strategien, um in dynamischen Märkten zu bestehen und nicht vom Wettbewerb überholt zu werden.
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